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Eine Welt ohne Grenzen?

Viele Unternehmen treibt heute die Frage herum, wie wir in 10 oder 20 Jahren arbeiten werden. Werden wir noch Büros brauchen, oder arbeiten wir von da, wo wir gerade sind, weil ohnehin alles vernetzt ist? Wird Arbeit in 20 Jahren nur noch das überwachen der Ergebnisse der Maschinenarbeit sein?

Seien wir einmal für einen kleinen Moment ehrlich: Absolut niemand ist dazu in der Lage, diese Frage zu beantworten. Die Technologien ändern sich derart rasant, dass wir heute außerstande sind, abschätzen zu können, wie sich die Zukunft entwickelt.

Man könnte versucht sein, aus den Erfahrungen der Vergangenheit auf die Zukunft zu schließen. Leider nein! Methoden, die vor 50 Jahren funktioniert haben, haben ihre Gültigkeit verloren. Viel zu komplex ist die Welt von heute.

Die einzige Antwort auf diese Fragen kann lauten: Wir wissen es nicht!

Wir können versuchen, Trends zu beobachten und aus diesen Trends Annahmen für die Zukunft zu machen. Wir sehen, dass sich Grenzen aufzulösen beginnen. Die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmt jetzt schon immer mehr. Wir leben in einer Immer-Online-Gesellschaft. Wenn wir diesen Gedanken weiterspinnen, dann werden wir in absehbarer Zeit mehr und mehr arbeiten wann wir wollen, und wo wir wollen. Physikalische Anwesenheit am Arbeitsplatz wird nicht mehr zwingend erforderlich sein.

Wenn wir uns in Gruppen treffen, sei es für die Arbeit oder in der Freizeit, dann wird der soziale Aspekt im Mittelpunkt stehen. Und das ist es, was uns Menschen unterscheidet, bzw. das, was die Maschine auch in absehbarer Zeit nicht wird ersetzen können - die soziale Interaktion, Empathie und Kreativität.

Es ist richtig, dass die Digitalisierung alles verändern wird. Was immer technologisiert werden kann, wird technologisiert werden. Das aber birgt die Chance in sich, dass wir Menschen uns auf das besinnen können, was wir sind – Mensch zu sein. Und wenn wir auch diesen Gedanken weiterspinnen wollen, dann könnte sich daraus für Unternehmen die Strategie ableiten lassen, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, und ihm das Mensch-Sein zu ermöglichen. Automatisierte Arbeitsabläufe können wir getrost den Maschinen überlassen, die machen das sehr viel präziser und zuverlässiger als wir.

Zwischen dem Heute und dieser „schönen neuen Welt" wird es aber, und das ist unausweichlich, eine Phase der Turbulenzen geben. Wenn Grenzen verschwinden, beginnt das durch Grenzen getrennte wieder ineinanderzufließen, bis ein Ausgleich geschaffen ist. Die Herausforderung, der wir uns im Heute zu stellen haben ist, das aufheben dieser Grenzen behutsam zu beginnen, und uns nicht von den Probleme, die dabei entstehen werden, entmutigen zu lassen. Wir müssen uns trauen, selbstbestimmtes Arbeiten zuzulassen, und sollten anerkennen, dass der aufgeklärte Homo Technicus keine strenge Führung benötigt, sondern eine starke und leitende Vision.

Unternehmen müssen den Sinn der eigenen Wertschöpfung hinterfragen, und das Warum und das Wohin als Ziele offen kommunizieren. Danach gilt es, die Mitarbeiter frei zu lassen, und darauf zu vertrauen, dass diese, und mit ihnen das gesamte Unternehmen, den Weg finden werden, und das wahrscheinlich sehr viel effizienter, als nach den Führungsmethoden des vergangenen Jahrhunderts.
A world without borders?
A person, a lighthouse

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